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Dust in the Wind auf der Gitarre: Akkorde und Fingerpicking

Dust in the Wind auf der Gitarre lernen: Akkorde in C-Dur und a-Moll, Travis-Picking Schritt für Schritt, Schwierigkeit, Noten, Ukulele und Klavier.

„Dust in the Wind“ von Kansas ist eines der meistgespielten Fingerpicking-Stücke überhaupt, und das aus gutem Grund: Der Song steht in C-Dur mit a-Moll-Charakter, kommt in Standardstimmung ohne Kapo aus, braucht nur eine Handvoll offener Akkorde und läuft im ruhigen Tempo in einem geraden Viervierteltakt. Wer nach „Dust in the Wind Gitarre“ sucht, will meist drei Dinge wissen: welche Akkorde, welches Zupfmuster und wie schwer. Die eigentliche Arbeit liegt in der rechten Hand. Kerry Livgren hat das Stück als Übung für genau diese Hand geschrieben, und so solltest du es auch angehen. Hier liest du, welche Akkorde du brauchst, wie das Zupfmuster aufgebaut ist, wie schwer der Song für Anfänger ist, wo du seriöse Noten findest und wie Livgren und Rich Williams den Song 1977 wirklich eingespielt haben. Die Geschichte hinter dem Song, seine Bedeutung und wer ihn singt, steht im Dossier zu Dust in the Wind.

Dust in the Wind Gitarre: Tonart, Tempo und Taktart auf einen Blick

  • Tonart (Key): C-Dur, in der Strophe mit a-Moll als Parallele
  • Taktart (Time Signature): 4/4
  • Tempo: ruhig, mit durchgehenden Sechzehnteln in der rechten Hand
  • Kapo (Capo): keiner
  • Stimmung: Standard, E A D G H E
  • Akkorde: C, Cmaj7, Cadd9, Am, Asus2, Asus4, G, G/B, D/F#, Dm
  • Technik: Fingerpicking nach dem Prinzip des Travis Picking, kein Plektrum
  • Album: Point of Know Return (1977), zweite Plattenseite, Länge 3:27
  • Besetzung im Original: zwei Akustikgitarren, Geige (Violin) und Viola, Handtrommeln, Gesang
  • Band: Kansas, Autor Kerry Livgren, Sänger Steve Walsh

Auf englischen Akkordseiten stehen diese Angaben meist als „Key“ und „Time Signature“ ganz oben, dazu der Hinweis „let ring“, der bedeutet, dass die gezupften Töne ineinander klingen sollen, statt abgedämpft zu werden. Genau dieses Klingenlassen macht den Sound des Intros aus.

Welche Akkorde braucht Dust in the Wind?

Die häufig gelehrte Version des Songs bewegt sich in der Strophe um zwei Griffe herum, die jeweils leicht abgewandelt werden. Auf der C-Seite sind das C-Dur, Cmaj7 und Cadd9, auf der A-Seite a-Moll, Asus2 und Asus4. Der Trick liegt darin, dass du den Grundgriff liegen lässt und nur einen Finger bewegst: Bei C hebst du den Zeigefinger für Cmaj7 an oder setzt den kleinen Finger für Cadd9 dazu, bei Am wandert ein Finger auf der h-Saite auf und ab, und schon hast du Asus2 und Asus4. Die häufig gelehrte Strophenfolge lautet damit: C, Cmaj7, Cadd9, C, dann Asus2, Asus4, Am, Asus2, wieder Cadd9, C, Cmaj7, Cadd9 und zurück zu Am, Asus2, Asus4, Am. Das ist der Grund, warum das Stück harmonisch so fließend klingt, obwohl die linke Hand kaum etwas tut.

Im Refrain (Chorus) und in der Zwischenpassage kommen G-Dur, a-Moll und d-Moll dazu, verbunden durch Zwischenklänge, bei denen der Bass schrittweise wandert. Die gängige Fassung des Refrains läuft über D/F#, G, Am, Am/G, dann noch einmal D/F#, G und Am. D/F# ist ein D-Dur-Akkord mit dem Fis im Bass, und G/B, in deutscher Schreibweise G/H, ist ein G-Dur-Akkord, dessen tiefster Ton die Terz H auf der A-Saite ist. Vor allem G/B taucht als Verbindung zwischen C und Am immer wieder auf. Solche Akkorde mit fremdem Basston sind der Grund, warum die Basslinie im Refrain wie eine eigene Melodie klingt. Alle Griffe sind offene Lagen in den ersten drei Bünden, Barré brauchst du nicht. Wer Akkorddiagramme gewohnt ist, findet sich sofort zurecht: C liegt im 1., 2. und 3. Bund, Am im 1. und 2. Bund, G im 2. und 3. Bund. F-Dur, der Schrecken vieler Anfänger, kommt in der häufig gelehrten Version nicht vor.

Für alle, die Griffe lieber als Zahlen lesen, hier die Strophenakkorde von der tiefen E-Saite zur hohen e-Saite, 0 steht für die leere Saite, x für eine Saite, die nicht gespielt wird:

  • C: x 3 2 0 1 0
  • Cmaj7: x 3 2 0 0 0
  • Cadd9: x 3 2 0 3 0
  • Am: x 0 2 2 1 0
  • Asus2: x 0 2 2 0 0
  • Asus4: x 0 2 2 3 0
  • G: 3 2 0 0 0 3
  • G/B (G/H): x 2 0 0 0 3
  • D/F#: 2 x 0 2 3 2
  • Dm: x x 0 2 3 1

Die englische Schreibweise B für unser H begegnet dir auf fast allen Akkordseiten, deshalb steht dort G/B und nicht G/H. Die Folge Am, Asus2, Asus4, Am ist außerdem ein gutes Beispiel dafür, wie wenig sich bei den Wechseln bewegt: Nur der Finger auf der h-Saite (englisch B-Saite) geht von 1 auf 0 und auf 3 und wieder zurück auf 1.

Ein Wort zur Tonart: Auf Akkordseiten findest du sowohl C-Dur als auch a-Moll als Angabe, und beides stimmt. Die Strophe pendelt zwischen den beiden parallelen Tonarten, ohne sich festzulegen. Für dich als Spieler heißt das: keine Vorzeichen, keine Kapo-Überlegungen, Standardstimmung E-A-D-G-H-E. Wer das Stück tiefer singen möchte, kann trotzdem einen Kapo (Capo) setzen oder transponieren, das Original braucht ihn aber nicht.

Das Fingerpicking-Muster Schritt für Schritt

Das Zupfmuster folgt der Logik des Travis Picking, benannt nach dem Country-Gitarristen Merle Travis: Der Daumen (p) spielt abwechselnd zwei Basssaiten und hält damit den Puls, während Zeigefinger (i), Mittelfinger (m) und Ringfinger (a) die oberen drei Saiten übernehmen. Der Name geht auf Travis zurück, das Prinzip ist aber älter und stammt aus dem Ragtime und Blues. Bei „Dust in the Wind“ läuft das als durchgehende Sechzehntel-Bewegung, die das Stück antreibt, obwohl es kein Schlagzeug gibt. Intro, Strophe und Refrain (Chorus) verwenden dasselbe Muster, nur die Akkorde darunter wechseln. Bei Kansas übernehmen zwei Gitarren diese Bewegung, im Alleingang musst du beide Teile in eine Hand legen.

So baust du das Muster auf:

  1. Nur Daumen. Greif C-Dur und spiel mit dem Daumen im Wechsel die A-Saite und die D-Saite, gleichmäßig, im ruhigen Tempo mit Metronom. Beim Am-Griff wechselt der Daumen entsprechend zwischen A-Saite und D-Saite, beim G-Griff zwischen tiefer E-Saite und D-Saite. Der Daumen ist das Fundament, alles andere legt sich darüber.
  2. Daumen plus Zeigefinger. Setz den Zeigefinger auf die g-Saite und lass ihn zwischen den Daumenschlägen anschlagen. Jetzt hast du schon das typische Wechselspiel aus Bass und Füllton.
  3. Mittel- und Ringfinger dazu. Der Mittelfinger nimmt die h-Saite, der Ringfinger die hohe e-Saite. Das Muster, das die häufig gelehrte Version verwendet, läuft grob so: Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger, Daumen, Ringfinger, Mittelfinger, Zeigefinger, wobei jeder Ton eine Sechzehntel lang ist. Die genaue Reihenfolge findest du in jeder seriösen Notenausgabe, entscheidend ist, dass du sie langsam und ohne Aussetzer spielst.
  4. Akkordwechsel im Muster. Erst wenn das Muster auf einem Akkord sitzt, nimmst du die Wechsel dazu. Weil sich bei den Strophenakkorden jeweils nur ein Finger bewegt, kannst du den Wechsel auf die letzte Sechzehntel des Taktes legen, ohne dass der Puls stolpert.
  5. Tempo steigern. Beginn deutlich unter dem Originaltempo und erhöh das Metronom in kleinen Schritten von 5 bis 7 Schlägen pro Minute. Das Original läuft ruhig, aber die Sechzehntel sind dicht. Wer zu früh schnell spielt, verliert die Gleichmäßigkeit, und genau die ist der Sound dieses Stücks.

Ein Detail, das viele übersehen: Die Melodie des Intros wiederholt sich alle drei Takte, während die Akkorde einen Vier-Takt-Rhythmus haben. Diese Verschiebung erzeugt das charakteristische Schweben des Intros. Du musst das nicht theoretisch verstehen, um es zu spielen, aber es erklärt, warum sich der Anfang so anders anfühlt als ein normales Vier-Takt-Picking.

Wie schwer ist Dust in the Wind für Anfänger?

Ehrlich eingeordnet: Die linke Hand ist Anfängerniveau, die rechte Hand verlangt Geduld. Wer die offenen Akkorde C, Am und G sauber greifen kann, hat harmonisch alles, was das Stück braucht. Die Hürde ist die Ausdauer und Gleichmäßigkeit des Zupfmusters über gut drei Minuten. Deshalb ist „Dust in the Wind“ für viele Gitarrenschüler das erste Fingerpicking-Stück, das sie komplett durchspielen, und gleichzeitig das erste, an dem sie merken, wie viel Übung ein scheinbar einfaches Stück verlangt.

Ein realistischer Plan sieht so aus: In der ersten Woche sitzt das Muster auf einem Akkord, in der zweiten kommen die Strophenwechsel dazu, in der dritten der Refrain mit den wandernden Bässen. Wer täglich zehn bis fünfzehn Minuten mit Metronom übt, kann das Stück nach einigen Wochen im Zusammenhang spielen. Schneller geht es selten, weil die Unabhängigkeit des Daumens von den Fingern Zeit braucht, egal wie talentiert jemand ist. Die gute Nachricht: Wer das Muster einmal hat, kann es auf Dutzende andere Songs übertragen, vom Folk bis zum Singer-Songwriter-Pop.

Wie Kerry Livgren den Song wirklich spielte

Auf der Aufnahme von 1977 in den Woodland Sound Studios in Nashville spielt nicht eine Gitarre, sondern zwei. Livgren spielte die Hauptfigur auf einer Martin D-28, die er sich von seinem Bandkollegen Rich Williams geliehen hatte. Williams selbst spielte die zweite Akustikgitarre. Die beiden Parts sind versetzt gesetzt: eine Gitarre in der Standardlage, die zweite höher, sodass sich die Figuren ineinander verzahnen und der Song voller klingt, als es eine einzelne Gitarre je könnte. Dazu kommen Robby Steinhardts Geige (Violin) und Viola, Phil Eharts Handtrommeln und die Stimme von Steve Walsh. Ein Bass und ein Schlagzeug fehlen. Der Track steht auf dem Album Point of Know Return, das Kansas im Herbst 1977 veröffentlichte, und wurde im Januar 1978 als Single ausgekoppelt. Auf dem Album folgt er auf „Lightning’s Hand“, eine der härtesten Nummern der Band, und der Kontrast könnte kaum größer sein.

Wenn du das Stück allein spielst, musst du dich also entscheiden, welche Gitarre du bist. Die meisten Notenausgaben fassen beide Teile in eine Stimme zusammen, die dem Original nahekommt, aber nicht identisch ist. Wer den Klang der Platte wirklich nachbauen will, braucht einen zweiten Gitarristen oder eine Aufnahme, auf der er die zweite Stimme selbst einspielt. Livgren hat den Song übrigens nie als Kansas-Material gesehen, bis seine Frau Vicci ihn dazu drängte, einen Text zu schreiben. Die Fingerübung, die du heute übst, war für ihn genau das: eine Übung. Mehr zu ihm im Porträt von Kerry Livgren.

Dust in the Wind auf Ukulele und Klavier

Auf der Ukulele funktioniert das Stück erstaunlich gut, weil die Akkorde C, Am, G und Dm dort ebenfalls offene Griffe sind. Das Travis Picking lässt sich mit Daumen und zwei Fingern übertragen, allerdings fehlt der tiefe Bass, weil die Ukulele keine Basssaiten hat. Das Stück klingt dann leichter und heller als das Original, was viele mögen. Am Klavier liegt die Sache anders: Hier übernimmt die linke Hand den Wechselbass des Daumens und die rechte Hand das Zupfmuster als gebrochene Akkorde. Klavierarrangements gibt es in allen Schwierigkeitsgraden, vom Anfängersatz mit Melodie und Begleitung bis zur Konzertfassung, die auch Steinhardts Streicherpart einbaut.

Wo findest du Noten und Tabs?

Das Netz ist voll mit Tabs und Akkorden für dieses Stück, und die Qualität schwankt stark. Kurz zum Lesen einer Tabulatur, falls du neu bist: Jede Linie steht für eine Saite, 0 bedeutet leere Saite, 1, 2 oder 3 bedeutet den jeweiligen Bund. Bei „Dust in the Wind“ bleiben fast alle Zahlen zwischen 0 und 3, was dir zeigt, wie nah die Griffe beieinanderliegen. Wenn du es richtig lernen willst, hilft dir eine Reihenfolge. Zuerst die offiziellen Notenausgaben: Die großen Musikverlage führen den Song in Songbooks zu Kansas und in Sammlungen zu Fingerstyle- und Akustik-Klassikern, meist als Kombination aus Noten und Tabulatur mit dem lizenzierten Text. Diese Ausgaben gibt es gedruckt und als PDF zum Download, oft zusätzlich als Datei für Guitar Pro, sodass du das Muster am Bildschirm ablaufen lassen kannst. Guitar Pro zeigt dir außerdem Noten und Tabulatur gleichzeitig an, und ein PDF aus einer offiziellen Ausgabe enthält die Lyrics in lizenzierter Form, was bei kostenlosen Tabs nie der Fall ist. Zweitens Notenplattformen, auf denen Nutzer eigene Arrangements hochladen, teils als Guitar Pro oder PDF, oft mit Abspielfunktion, sodass du das Tempo drosseln und Takt für Takt mitlesen kannst. Drittens Lehrvideos: Viele Gitarrenlehrer zeigen das Zupfmuster in Nahaufnahme, und für die rechte Hand ist ein Video oft hilfreicher als jede Tabulatur. Deutschsprachige Anleitungen findest du unter anderem beim Gitarrenwiki und bei den bekannten Online-Gitarrenschulen.

Was du dir sparen kannst: Tabs von fremden Seiten zu kopieren und ohne Kontrolle zu spielen. Viele dieser Fassungen enthalten Fehler in der Reihenfolge der Sechzehntel oder in den Basstönen, und wenn du so etwas einmal eingeübt hast, wirst du es schwer wieder los. Hör dir stattdessen den Original-Track auf Point of Know Return genau an, notfalls mit gedrosseltem Tempo, und gleich sie mit deiner Ausgabe ab. Die Live-Version auf Two for the Show zeigt dir außerdem, wie Kansas das Stück mit Rich Williams am Gitarrensolo auf der Bühne umgesetzt hat. Beide Alben gibt es weiterhin als CD und Vinyl, und bei jedem Kansas-Konzert seit 1977 gehört das Stück zum Kern des Programms. Und wer nach den vielen Übungsstunden wissen will, wovon der Text eigentlich handelt, findet die Antwort im Dossier über die Bedeutung von Dust in the Wind.

Häufige Fragen

Braucht Dust in the Wind einen Kapo?

Nein. Das Original steht in C-Dur beziehungsweise a-Moll und wird in Standardstimmung ohne Kapo gespielt. Ein Kapo ist nur sinnvoll, wenn du das Stück für deine Stimme tiefer oder höher legen willst.

Ist Dust in the Wind Travis Picking?

Ja, das Zupfmuster folgt dem Prinzip des Travis Picking: Der Daumen hält mit einem Wechselbass den Puls, die Finger spielen darüber die Melodietöne. Bei Kansas läuft das Muster in durchgehenden Sechzehnteln.

Wer hat Dust in the Wind auf der Aufnahme gespielt?

Kerry Livgren auf einer geliehenen Martin D-28 und Rich Williams auf einer zweiten Akustikgitarre. Livgren hat den Song auch geschrieben, gesungen hat ihn Steve Walsh.

Wie lange dauert es, Dust in the Wind zu lernen?

Wer die offenen Akkorde kennt und täglich mit Metronom übt, spielt das Stück meist nach einigen Wochen im Zusammenhang. Die Griffe sind schnell gelernt, die Gleichmäßigkeit der rechten Hand braucht die meiste Zeit.

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