
Die besten Kansas-Alben mit Steve Walsh
Kurz gesagt: Fang mit Leftoverture an, nimm Point of Know Return als zweites und Two for the Show als drittes. Diese Liste ordnet die sechs wichtigsten Kansas-Alben mit Steve Walsh, begründet jede Position und nennt zwei Einstiegspfade, je nachdem, ob du Hits oder Epen suchst.




Welches Kansas-Album zuerst?
Leftoverture (1976). Es hat den bekanntesten Song, die beste Balance aus Hymne und Prog und die stärkste Gesangsleistung von Steve Walsh in den Siebzigern. Danach entscheidet dein Geschmack: Wer „Dust in the Wind“ mag, geht zu Point of Know Return, wer die Band live erleben will, zu Two for the Show. Erst danach lohnen sich die frühen Epen und die Achtziger.
Hits zuerst
Leftoverture → Point of Know Return → Two for the Show. Drei Alben, alle großen Songs, und das Live-Album zeigt, wie die Band sie auf der Bühne spielt.
Epen zuerst
Song for America → Masque → Somewhere to Elsewhere. Die langen Stücke der Frühphase und das späte Livgren-Album mit fast kompletter Originalbesetzung.
1. Leftoverture 1976
Der beste Einstieg. Enthält „Carry On Wayward Son“ und verbindet progressive Ambition mit eingängigen Songs wie kein zweites Album der Band.
Leftoverture ist das Album, mit dem Kansas 1976 vom Geheimtipp zur Stadionband wurde, und es ist bis heute der sicherste Einstieg. Kerry Livgren schrieb fast alles allein, „Carry On Wayward Son“ kam erst in den letzten Tagen vor den Aufnahmen dazu und wurde der erste große Hit. Was das Album so gut macht: Es klingt nie nach Pflichtübung. Die Hymnen („The Wall“, „Miracles Out of Nowhere“) sind so stark wie das sechsteilige Instrumental „Magnum Opus“ am Schluss, und Steve Walsh singt hier so kraftvoll wie auf keinem anderen Studioalbum der Siebziger. Wer die Band nur vom Radio kennt, hört auf Leftoverture, wie viel Prog hinter dem Hit steckt. Mehr zur Entstehung des Openers steht im Artikel Carry On Wayward Son.
2. Point of Know Return 1977
Der kommerzielle Höhepunkt mit „Dust in the Wind“. Wer Leftoverture mag, kommt hier nicht vorbei.
Das Nachfolgealbum von 1977 ist der kommerzielle Gipfel der Band und liegt in dieser Liste nur knapp hinter Leftoverture. „Dust in the Wind“ ist die bekannteste Kansas-Aufnahme überhaupt, aber der Rest des Albums ist alles andere als Balladenware: Der Titeltrack, den Walsh mit Robby Steinhardt und Phil Ehart schrieb, „Portrait (He Knew)“ und „Sparks of the Tempest“ gehören zu den härtesten Stücken der Originalära, „Closet Chronicles“ und „Hopelessly Human“ zu den ausladendsten. Walsh ist hier als Autor stärker beteiligt als auf jedem anderen Siebziger-Album. Wenn du Leftoverture gehört hast und wissen willst, ob Kansas mehr als ein Album Format hatte, ist das die Antwort. Hintergründe zum Hit findest du unter Dust in the Wind.
3. Two for the Show 1978
Das klassische Doppel-Live-Album. Hier erlebst du Steve Walsh als Bühnentier auf dem Höhepunkt der Band.
Kansas war in den Siebzigern eine Live-Band, und Two for the Show hält das fest. Das Doppelalbum wurde auf den Tourneen zu Leftoverture und Point of Know Return mitgeschnitten und zeigt, wie die sechs Musiker die Studioarrangements auf der Bühne dehnen, beschleunigen und mit Improvisationen versehen. Für Walsh-Fans ist es Pflicht, weil er hier ohne Studiofilter zu hören ist: als Sänger, der sich mit Steinhardt die Leads teilt, und als Keyboarder, der Orgel und Klavier live spielt. Die Ausgabe zum 30. Jubiläum von 2008 legt eine zweite CD mit bislang unveröffentlichten Aufnahmen derselben Tourneen dazu und ist die Version, die du kaufen solltest. Wer die Band lieber sehen als hören will, findet die passenden Mitschnitte unter Kansas Live-DVDs.
4. Song for America 1975
Für Fans der langen, epischen Stücke. Das zehnminütige Titelstück zeigt den ambitionierten Kern der Band.
Das zweite Album ist die Wahl für alle, denen bei Kansas die langen Stücke wichtiger sind als die Hits. Der zehnminütige Titeltrack und das noch längere „Incomudro – Hymn to the Atman“ sind Progressive Rock im Vollformat, mit Geige, Orgel und Gitarrenläufen im Unisono. Dazwischen stehen mit „Down the Road“ und „Lonely Street“ zwei bodenständige Rocker, die zeigen, woher die Band aus Topeka kommt. Steve Walsh singt hier jugendlich rau und schreibt mit „Lonely Street“ (zusammen mit Steinhardt, Williams und Hope) und „Down the Road“ (mit Livgren) erstmals an Kansas-Songs mit. Song for America ist kein Einsteigeralbum, aber das erste, das die ganze Spannweite der Band zeigt. Einen Überblick über die Frühphase gibt die Biografie.
5. Power 1986
Das Comeback-Album von 1986 mit Steve Morse an der Gitarre und der Radio-Hymne „All I Wanted“.
Power ist das Album der Rückkehr. Nach fünf Jahren ohne Walsh und zwei Alben mit John Elefante formierten sich Kansas 1986 neu, mit Walsh am Mikrofon, Steve Morse an der Gitarre und Billy Greer am Bass, aber ohne Livgren und Steinhardt. Das Ergebnis ist kein Prog-Album, sondern melodischer Achtziger-Rock mit Morses virtuosem Gitarrenspiel als neuem Markenzeichen. „All I Wanted“ wurde die letzte Top-20-Single der Band, die Titelnummer und „Can't Cry Anymore“ gehören zu den besten AOR-Stücken, die Walsh je gesungen hat. Wer die Siebziger-Alben kennt und wissen will, wie Walsh nach Streets klang, findet hier die Antwort. Auf Vinyl ist Power schwerer zu bekommen als die Klassiker, Details dazu unter Kansas auf Vinyl.
6. Monolith 1979
Etwas geradliniger und selbst produziert. Ein unterschätztes Album der Originalära.
Monolith steht im Schatten seiner beiden Vorgänger, und genau deshalb lohnt es sich. Die Band produzierte 1979 zum ersten Mal selbst, und Walsh schrieb mit „On the Other Side“, „Angels Have Fallen“, „Reason to Be“ und weiteren Titeln so viel Material wie nie zuvor. „People of the South Wind“ wurde die Single, „A Glimpse of Home“ zeigt Livgrens beginnende Hinwendung zu spirituellen Themen, die kurz darauf die Band spalten sollte. Der Sound ist direkter, die Geige tritt zurück, dafür dominieren Walshs Keyboards und Gesang. Für Sammler ist Monolith interessant, weil es die letzte Platte ist, auf der die Originalbesetzung noch als Einheit auftritt. Wer die Bruchlinie verstehen will, liest weiter unter Kansas und im Profil von Robby Steinhardt.
Alle Kansas-Alben mit Steve Walsh
Die sechs Alben oben sind die Empfehlung, nicht die ganze Geschichte. Jedes Studio- und Live-Album mit Walsh hat eine eigene Seite mit Tracklist, Besetzung, Charts und Editionen:
- Kansas 1974
- Song for America 1975
- Masque 1975
- Leftoverture 1976
- Point of Know Return 1977
- Monolith 1979
- Audio-Visions 1980
- Power 1986
- In the Spirit of Things 1988
- Freaks of Nature 1995
- Always Never the Same 1998
- Somewhere to Elsewhere 2000
- Two for the Show 1978
- Live at the Whisky 1992
- Device – Voice – Drum 2002
- There’s Know Place Like Home 2009
Häufige Fragen
Welches Kansas-Album ist das beste?
Für die meisten Hörer Leftoverture (1976): Es enthält „Carry On Wayward Son“, ist von vorn bis hinten stark und zeigt Steve Walsh und Kerry Livgren auf dem Höhepunkt ihrer Zusammenarbeit. Point of Know Return (1977) liegt gleichauf, wenn dir „Dust in the Wind“ wichtiger ist.
Auf welchen Kansas-Alben singt Steve Walsh?
Auf allen zwölf Studioalben von 1974 bis 1980 und von 1986 bis 2000, dazu auf den Live-Alben Two for the Show, Live at the Whisky, Device – Voice – Drum und There's Know Place Like Home. Nicht dabei sind Vinyl Confessions und Drastic Measures (John Elefante) sowie alles ab The Prelude Implicit (Ronnie Platt).
Welches Kansas-Album eignet sich für Prog-Fans?
Song for America (1975) und Masque (1975) für die langen Stücke der Frühphase, Somewhere to Elsewhere (2000) für das späte Livgren-Material mit fast kompletter Originalbesetzung. Leftoverture bleibt trotzdem der beste Start, weil es beides verbindet.
Wie diese Liste entsteht
Die Reihenfolge orientiert sich an der Bedeutung der Alben für den Kansas-Sound, an ihrer Eignung für Einsteiger und an der Verfügbarkeit als CD und Vinyl. Sie ist eine begründete Empfehlung aus Fan-Sicht, kein Messergebnis. Eine vollständige Übersicht aller Alben findest du in der Diskografie.
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Du sammelst lieber Schallplatten? Dann lohnt der Blick auf Kansas auf Vinyl mit allen wichtigen LPs und Pressungen. Wer die Band mit Steve Walsh auf der Bühne sehen will, findet die passenden Mitschnitte unter Kansas Live-DVDs und Blu-rays. Und die Alben abseits von Kansas stehen unter Solo und Streets.