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Violine, Gesang · 1973 bis 1982 und 1997 bis 2006

Robby Steinhardt: Kansas-Geiger, Co-Sänger und sein Tod 2021

Robby Steinhardt war Gründungsmitglied, Rock-Geiger und zweite Leadstimme von Kansas neben Steve Walsh. Sein Weg von White Clover bis zum posthumen Soloalbum, sein Tod 2021 und was seine Stimme für die Band bedeutete.

Robby Steinhardt, geboren als Robert Eugene Steinhardt am 25. Mai 1950 in Chicago, war Violinist, zweiter Sänger und Gründungsmitglied der Rockband Kansas. Von 1973 bis 1982 und noch einmal von 1997 bis 2006 stand er neben Steve Walsh am Mikrofon: Walsh sang den hohen Tenor, Steinhardt die tiefere Stimme, und seine Violine machte den Sound der Band unverwechselbar. Am 17. Juli 2021 starb er im Alter von 71 Jahren in Tampa, Florida. Hier liest du, wer der Kansas-Violinist war, welche Songs er geprägt hat, warum er die Band zweimal verließ und was es mit seinem posthumen Soloalbum auf sich hat.

Wer war Robby Steinhardt? Der Rock-Geiger aus Kansas

Steinhardt wuchs bei Adoptiveltern in Lawrence, Kansas, auf. Sein Adoptivvater Milton Steinhardt lehrte Musikwissenschaft an der University of Kansas, und so bekam Robby früh eine klassische Ausbildung an der Violine. Das Instrument war in einer Rockband der frühen 70er ungewöhnlich, und genau das wurde zu seinem Kapital.

1972 stieß er zur Vorläuferband White Clover, in der bereits Steve Walsh sang. Die beiden waren die einzigen Gründungsmitglieder, die nicht aus Topeka stammten: Walsh kam aus St. Joseph in Missouri, Steinhardt aus Chicago. Als White Clover 1973 den Namen Kansas annahm und beim Label von Don Kirshner unterschrieb, stand die klassische Besetzung: Walsh, Steinhardt, Kerry Livgren, Rich Williams, Dave Hope und Phil Ehart.

Violinist und Sänger: die zweite Stimme neben Steve Walsh

Steinhardt füllte in dieser Gruppe eine Rolle aus, die es sonst kaum gab: Er war Violinist, zweiter Leadsänger und zugleich der Mann, der auf der Bühne die Songs ansagte und mit dem Publikum sprach. Kerry Livgren beschrieb diese Funktion später als einzigartig, weil sie drei Aufgaben in einer Person bündelte.

Musikalisch lag der Reiz im Kontrast. Walsh sang hell und athletisch, Steinhardt dunkler und erdiger, und in vielen Stücken wechseln sich beide ab oder singen im Duett. Als Leadstimme hörst du Steinhardt zum Beispiel in „Lightning’s Hand“ und „Sparks of the Tempest“ von „Point of Know Return“ sowie in „Hopelessly Human“ von „Monolith“. „Closet Chronicles“ teilen sich die beiden Sänger. Auf „Carry On Wayward Son“ und „Dust in the Wind“ singt Walsh die Leadstimme, doch die Harmonien und das Geigenspiel dazwischen gehören Steinhardt.

Beim Titelsong von „Point of Know Return“, im Deutschen oft fälschlich als „Point of No Return“ geschrieben, war er außerdem als Songwriter beteiligt: Steve Walsh, Robby Steinhardt und Phil Ehart schrieben das Stück gemeinsam.

Der Kansas-Violinist auf den großen Alben

Zwischen 1974 und 1980 spielte Steinhardt auf allen sieben Studioalben der klassischen Ära, vom Debüt „Kansas“ über „Song for America“ und „Masque“ bis zu „Audio-Visions“. Auf „Leftoverture“ (1976) und „Point of Know Return“ (1977) ist seine Violine kein Beiwerk, sondern eine zweite Melodiestimme neben Livgrens Gitarre. Das Live-Doppelalbum „Two for the Show“ von 1978 zeigt, wie viel Energie dieser Rock-Geiger auf der Bühne entwickelte.

1981 stieg Steve Walsh aus, weil ihm die christliche Ausrichtung von Livgrens Texten nicht passte. Steinhardt blieb zunächst und nahm mit dem neuen Sänger John Elefante „Vinyl Confessions“ (1982) auf. Nach der anschließenden Tour verließ auch er die Band, laut Wikipedia aus persönlichen Gründen. Wer die Stimmen der Band bis dahin gehört hatte, merkte den Unterschied sofort: Ohne Walsh und ohne Steinhardt fehlte Kansas auf „Drastic Measures“ (1983) das gesamte Gesangs-Duo der 70er.

Steinhardt-Moon und Stormbringer

In den Jahren nach seinem Ausstieg blieb Steinhardt Musiker. Mit dem Gitarristen Rick Moon gründete er die Band Steinhardt-Moon, die ein selbstbetiteltes Album (1995) und „Moonshot“ (1999) veröffentlichte. Zwischen 1990 und 1996 war er außerdem Mitglied der Gruppe Stormbringer aus Florida, mit der er zwei CDs aufnahm. Große Hits blieben aus, aber seine Handschrift, Violine plus Gesang, war auch in diesen Projekten erkennbar.

Rückkehr 1997: wieder neben Walsh

1997 kehrte Steinhardt zu Kansas zurück. Steve Walsh war bereits seit 1986 wieder dabei, und mit Steinhardts Rückkehr stand das klassische Gesangs-Duo zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder gemeinsam auf der Bühne. Das Live-Album „Always Never the Same“ (1998) mit dem London Symphony Orchestra und vor allem „Somewhere to Elsewhere“ (2000), von Kerry Livgren komplett geschrieben und mit fast der gesamten Originalbesetzung eingespielt, dokumentieren diese Phase. Auf „Somewhere to Elsewhere“ hörst du Walsh und Steinhardt zum letzten Mal gemeinsam auf einem Studioalbum.

Anfang 2006 trennten sich die Wege erneut, diesmal einvernehmlich. Seit 1997 hatte die Band im Schnitt fast 100 Konzerte pro Jahr gespielt, und dieses Tempo wollte Steinhardt nicht mehr mitgehen. Sein Nachfolger an der Violine wurde David Ragsdale, der die Position bereits in den 90ern bekleidet hatte.

Robby Steinhardt ist tot: sein Tod im Juli 2021

Im Mai 2021 wurde Steinhardt mit einer akuten Pankreatitis in ein Krankenhaus eingeliefert. Laut Rolling Stone war sein Zustand kritisch, er erholte sich jedoch zunächst überraschend gut. Ausgerechnet an dem Tag, an dem er aus der Reha entlassen werden sollte, erkrankte er erneut. Am 17. Juli 2021 starb Robby Steinhardt in Tampa, Florida, an den Komplikationen dieser Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Seine Frau Cindy Steinhardt gab die Nachricht über Facebook bekannt, die Band reagierte mit einem Statement, und in den sozialen Netzwerken teilten Fans und Bandkollegen ihre Trauer.

Der Tod traf ihn mitten in neuen Plänen: Sein erstes Soloalbum war gerade fertig, eine Tour sollte im August 2021 beginnen.

Not in Kansas Anymore: das posthume Soloalbum

Am 25. Oktober 2021 erschien „Not in Kansas Anymore (A Prog Opera)“, das erste und einzige Soloalbum von Robby Steinhardt. Produziert wurde es von Michael Franklin in den Solar Studios in Florida, der auch Keyboards und Arrangements beisteuerte. Die Gästeliste liest sich wie eine All-Star-Besetzung des Prog- und Classic-Rock: Ian Anderson von Jethro Tull, der frühere Kansas-Gitarrist Steve Morse, Pat Travers und Toto-Sänger Bobby Kimball. Nach Rücksprache mit seiner Witwe wurde das Album wie geplant veröffentlicht.

Was von Robby Steinhardt bleibt

Steinhardt ist bis heute der Grund, warum Kansas anders klingt als alle anderen amerikanischen Rockbands der 70er. Die Violine als gleichberechtigtes Lead-Instrument, die zweite Stimme neben Steve Walsh und die Moderation auf der Bühne waren seine Beiträge zur Rockgeschichte. Seit 2023 spielt Joe Deninzon seine Parts live, und Ronnie Platt singt die Stücke, die einst Walsh und Steinhardt aufteilten. Wer den Originalklang hören will, greift zu „Leftoverture“, „Point of Know Return“ oder „Two for the Show“.

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Häufige Fragen zu Robby Steinhardt

Woran ist Robby Steinhardt gestorben?

Laut Rolling Stone starb Robby Steinhardt am 17. Juli 2021 in Tampa, Florida, an den Komplikationen einer akuten Pankreatitis, einer schweren Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Seine Frau Cindy bestätigte die Nachricht. Er wurde 71 Jahre alt.

Welche Kansas-Songs hat Robby Steinhardt gesungen?

Steinhardt sang unter anderem „Lightning's Hand“, „Sparks of the Tempest“ und „Hopelessly Human“ als Leadstimme und teilte sich „Closet Chronicles“ mit Steve Walsh. Auf den meisten Kansas-Klassikern ist er als tiefere zweite Stimme im Wechsel und im Duett mit Walsh zu hören.

Warum hat Robby Steinhardt Kansas verlassen?

Zweimal. 1982 ging er nach der Tour zu „Vinyl Confessions“ aus persönlichen Gründen, nachdem die Band mit John Elefante statt Steve Walsh einen neuen Kurs eingeschlagen hatte. 2006 trennten sich Band und Steinhardt einvernehmlich, weil ihm das Tempo von fast 100 Konzerten pro Jahr zu hoch war.

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