Steve Walsh: Biografie
Der Sänger und Keyboarder von Kansas: von St. Joseph über White Clover bis zum Abschied 2014.
Ronnie Platt ist seit 2014 Sänger und Keyboarder von Kansas und damit der Nachfolger von Steve Walsh. Vom Lkw-Fahrer und Coverband-Sänger aus Chicago über Shooting Star zur Facebook-Nachricht an Rich Williams, die Alben „The Prelude Implicit“ und „The Absence of Presence“ und seine Krebserkrankung 2025.
Ronnie Platt, geboren am 24. Februar 1962, ist seit Juli 2014 Sänger und Keyboarder von Kansas. Er ist damit der Nachfolger von Steve Walsh, der die Band nach 41 Jahren verlassen hatte, und erst der dritte Frontmann seit der Gründung 1973 nach Steve Walsh und John Elefante. Vor Kansas fuhr Platt Lkw, sang in Coverbands in Chicago und war Frontmann von Shooting Star. Mit ihm entstanden die Alben „The Prelude Implicit“ (2016) und „The Absence of Presence“ (2020). Anfang 2025 überstand er eine Krebs-Operation an der Schilddrüse. Hier liest du, wie ein Musiker aus der Chicagoer Clubszene zur Stimme einer Classic-Rock-Institution wurde und wie er sich zum Erbe von Steve Walsh verhält.
Platts Weg zu Kansas ist ungewöhnlich für eine Gruppe dieser Größe. Jahrzehntelang sang er in Coverbands im Großraum Chicago und verdiente sein Geld nebenbei als Truck Driver. Kansas-Songs gehörten schon damals zu seinem Repertoire, und der hohe Tenor, den die Hits der klassischen Ära verlangen, war seine Stärke. 2007 wurde er Lead Vocalist der Band Shooting Star aus Kansas City, einer AOR-Gruppe mit Wurzeln in den späten 70ern. Dort sammelte der Rocker Erfahrung als Frontmann mit eigenem Katalog, blieb aber außerhalb der Szene weitgehend unbekannt.
Am 30. Juni 2014 teilte Steve Walsh der Band mit, dass er aufhört. Sein letztes Konzert mit Kansas fand am 16. August 2014 in Sioux City, Iowa, statt. Für die Gruppe war das eine Zäsur: Ihr Sänger hatte fast alle Songs gesungen, Keyboard gespielt und war seit 1973 das Gesicht des Sounds.
Platt wartete nicht auf einen Anruf. Er schrieb Gitarrist Rich Williams eine Nachricht über Facebook und bat darum, für die freie Stelle berücksichtigt zu werden. Zunächst war John Elefante als Rückkehrer im Gespräch, der aber am 4. Juli 2014 absagte. Am 14. Juli 2014 gab Kansas in den sozialen Netzwerken bekannt, dass Ronnie Platt neuer Sänger und Keyboarder wird. Seine erste Show mit der Band spielte er am 12. September 2014 auf der Oklahoma State Fair. Zur selben Zeit kam David Manion als zusätzlicher Keyboarder dazu, damit Platt sich stärker auf den Gesang konzentrieren konnte.
Die erste Aufgabe des neuen Sängers war die schwerste: die Klassiker so zu singen, dass Fans, die vier Jahrzehnte lang dieselbe Stimme gehört hatten, nicht das Gefühl bekamen, einer Coverband zuzuhören. Platts Stimme liegt in einer ähnlichen Lage wie die des jungen Walsh, ein klarer, hoher Tenor. Deshalb kann er „Carry On Wayward Son“, „Point of Know Return“ oder „Dust in the Wind“ in den Originaltonarten singen, ohne dass die Musiker transponieren müssen. Gleichzeitig klingt er nicht wie eine Kopie: Sein Timbre ist etwas glatter, weniger rau als das seines Vorgängers in den späten Jahren. Wer bei Kansas Ronnie Platt zum ersten Mal live hört, merkt den Unterschied vor allem in den ruhigen Passagen.
Wie das live funktioniert, dokumentieren „Leftoverture Live & Beyond“ (2017), aufgenommen auf der Tour zum 40. Jubiläum des Albums, und „Point of Know Return Live & Beyond“ (2021), auf dem die Band das gesamte 1977er-Album am Stück spielt. Beide Mitschnitte sind der beste Weg, Ronnie Platt an den Stücken zu messen, die Steve Walsh und Robby Steinhardt einst gemeinsam sangen.
Am 23. September 2016 erschien „The Prelude Implicit“ bei Inside Out Music, das erste Kansas-Studioalbum seit „Somewhere to Elsewhere“ im Jahr 2000. Es wurde in den Real 2 Reel Studios in Jonesboro, Georgia, aufgenommen und erreichte Platz 41 der Billboard 200. Anders als sein Vorgänger, der in der klassischen Ära vor allem sang und nur einzelne Songs schrieb, gehörte Platt von Anfang an zum Songwriting-Team um Gitarrist Zak Rizvi, Phil Ehart und Rich Williams. Das Album zeigte, dass Kansas mit neuem Sänger nicht nur Nostalgie bedienen, sondern neue Songs schreiben konnte, die neben dem alten Material bestehen.
„The Absence of Presence“ folgte am 17. Juli 2020, produziert von Zak Rizvi mit Ehart und Williams. Keyboarder Tom Brislin, seit 2018 dabei, brachte eigene Stücke ein, und Platt sang ein Album, dessen Sound stärker in Richtung Progressive Rock ging als der Vorgänger. Die Veröffentlichung fiel mitten in die Pandemie, sodass die Musiker die Songs erst 2021 und 2022 live vorstellen konnten. Mit diesen beiden Platten hat Platt mehr neue Studio-Songs mit Kansas aufgenommen als John Elefante in seiner gesamten Zeit bei der Band.
Am 11. Februar 2025 machte Platt auf Facebook öffentlich, dass bei ihm Krebs an der Schilddrüse diagnostiziert worden war. Er beruhigte seine Fans in derselben Nachricht: Diese Form von Schilddrüsenkrebs habe eine Überlebensrate von 99 Prozent, die Erkrankung habe nicht gestreut. Rolling Stone und Metal Hammer berichteten über die Erkrankung des Rockers, in den sozialen Netzwerken sammelten sich Genesungswünsche. Kansas sagte daraufhin zwei Konzerte im Staat Louisiana ab, in New Orleans am 21. Februar und in Lake Charles am 1. März, zwei weitere Termine in Oklahoma wurden in den November verschoben. Das Management erklärte, der Fokus liege auf Platts Genesung.
Laut Metal Hammer wurde die Schilddrüse Anfang März 2025 operativ entfernt. Danach meldete sich Platt in den sozialen Netzwerken mit den Worten, er sei zu Hause und die Operation hätte nicht besser laufen können; er habe die Kraft der Gebete und der positiven Energie aller gespürt. Sein Dank galt den Fans, die ihn während der Krebs-Behandlung begleitet hatten. Wenige Wochen später stand er wieder auf der Bühne. Auf der Website der Band sagte er später, er fühle sich sehr glücklich, so glimpflich davongekommen zu sein.
Platt ist inzwischen länger bei Kansas als John Elefante und Steve Morse zusammen. Um ihn herum hat sich die Besetzung stark verändert: Phil Ehart steht nach einem Herzinfarkt im Februar 2024 nicht mehr live am Schlagzeug, Eric Holmquist spielt die Konzerte. Billy Greer beendete im September 2024 seine Zeit am Bass, Dan McGowan übernahm seine Stelle. Rich Williams tourt seit August 2025 nur noch eingeschränkt, Scott Bernard ergänzt die Gitarren. Dazu kommen Tom Brislin an den Keyboards, Zak Rizvi an der Gitarre und Joe Deninzon an der Violine.
Damit ist Platt der Frontmann einer Gruppe, in der von der Besetzung des Jahres 2014 nur noch Williams regelmäßig auf der Bühne steht. Dass die Show trotzdem nach Kansas klingt und die Hits ihren Charakter behalten, liegt zu einem großen Teil an seiner Stimme, für die Ronnie Platt bei jedem Konzert Dank vom Publikum bekommt. Wer wissen will, wie sich die drei Kansas-Sänger unterscheiden, findet den Vergleich im Artikel über die drei Stimmen von Kansas.



Seit Juli 2014 singt Ronnie Platt bei Kansas. Er übernahm die Position von Steve Walsh, der die Band nach 41 Jahren verlassen hatte, und spielt wie Walsh zusätzlich Keyboards. Sein erstes Konzert mit Kansas fand im September 2014 statt.
Im Februar 2025 machte Platt auf Facebook eine Schilddrüsenkrebs-Diagnose öffentlich. Laut Metal Hammer wurde er Anfang März 2025 erfolgreich operiert und meldete sich danach mit den Worten, die Operation hätte nicht besser laufen können. Kansas sagte für die Behandlung zwei Konzerte in New Orleans und Lake Charles ab und tourt seitdem wieder mit ihm.
Platts Tenor liegt in einer ähnlichen Lage wie die Stimme des jungen Walsh, deshalb kann er „Carry On Wayward Son“ oder „Point of Know Return“ in den Originaltonarten singen. Er imitiert Walsh aber nicht, sondern singt die Klassiker mit eigener, etwas glatterer Färbung.
Der Sänger und Keyboarder von Kansas: von St. Joseph über White Clover bis zum Abschied 2014.
Bandgeschichte, Walshs Rolle und alle Studioalben, auf denen er singt.
Walsh, Elefante und Platt im Vergleich: wer wann sang und was die Stimmen unterscheidet.
John Elefante sang bei Kansas zwischen den beiden Walsh-Ären: „Vinyl Confessions“ und „Drastic Measures“ brachten die höchsten Rock-Radio-Platzierungen der Bandgeschichte. Sein Weg über die Audition gegen Sammy Hagar, den Ausstieg 1984, die Produzentenkarriere mit Bruder Dino und die Absage an Kansas 2014.
Robby Steinhardt war Gründungsmitglied, Rock-Geiger und zweite Leadstimme von Kansas neben Steve Walsh. Sein Weg von White Clover bis zum posthumen Soloalbum, sein Tod 2021 und was seine Stimme für die Band bedeutete.
Kerry Livgren schrieb „Carry On Wayward Son“ und „Dust in the Wind“, Steve Walsh sang sie. Wie das Spannungsfeld zwischen Komponist und Sänger Kansas prägte, warum Livgren 1983 ging und wie beide für „Somewhere to Elsewhere“ zurückfanden.