Steve Walsh: Biografie
Der Sänger und Keyboarder von Kansas: von St. Joseph über White Clover bis zum Abschied 2014.
John Elefante sang bei Kansas zwischen den beiden Walsh-Ären: „Vinyl Confessions“ und „Drastic Measures“ brachten die höchsten Rock-Radio-Platzierungen der Bandgeschichte. Sein Weg über die Audition gegen Sammy Hagar, den Ausstieg 1984, die Produzentenkarriere mit Bruder Dino und die Absage an Kansas 2014.
John Elefante, geboren am 18. März 1958 in Levittown, New York, war von Ende 1981 bis 1984 Sänger und Keyboarder von Kansas. Er füllte die Lücke, die Steve Walsh mit seinem Ausstieg hinterlassen hatte, und sang die beiden Alben „Vinyl Confessions“ (1982) und „Drastic Measures“ (1983). Mit „Play the Game Tonight“ und „Fight Fire with Fire“ erreichte die Band in seiner Zeit die höchsten Platzierungen ihrer Geschichte in den Mainstream-Rock-Charts. Nach dem Ende von Kansas wurde Elefante Produzent und einer der erfolgreichsten Namen der christlichen Rockmusik. Hier liest du, wie er den Job bekam, was seine Stimme von der Walsh’ unterscheidet, warum die Phase 1984 endete und wie er 2014 ein zweites Mal zwischen Walsh und Kansas stand.
Als Steve Walsh im Oktober 1981 ging, stand Kansas vor einem doppelten Problem. Walsh hatte nicht nur gesungen, sondern auch Keyboards gespielt und Songs geschrieben. Die Band suchte also keinen Sänger, sondern einen Ersatz für drei Rollen. Über 200 Bewerber wurden gesichtet, darunter Sammy Hagar, Dennis Frederiksen und Doug Pinnick. In der Endrunde standen Warren Ham, Michael Gleason und John Elefante, ein junger Musiker aus Long Beach, Kalifornien, der bis dahin in der Familienband The Brotherhood gesungen hatte.
Elefante bekam die Stelle. Er war 23 Jahre alt, hatte keinen bekannten Namen und trat in die Fußstapfen eines Sängers, dessen Stimme auf „Carry On Wayward Son“ und „Dust in the Wind“ Millionen kannten. Was ihn qualifizierte: ein hoher, sauberer Tenor, sicheres Keyboardspiel und die Fähigkeit, eigene Songs zu schreiben, die in die Zeit passten.
„Vinyl Confessions“ erschien am 20. Mai 1982, aufgenommen in den Chateau Recorders in North Hollywood mit Ken Scott als Co-Produzent. Kerry Livgren schrieb weiter den Großteil des Materials, inzwischen mit deutlich christlichem Einschlag, doch die Single, die das Album trug, kam von Elefante und seinem Bruder Dino: „Play the Game Tonight“ erreichte Platz 4 der Billboard Mainstream Rock Charts und Platz 17 der Hot 100. Das Album selbst kletterte auf Platz 16 der Billboard 200.
Stimmlich sitzt Elefante höher und glatter als Walsh, mit weniger Rauheit und mehr Politur. Genau das machte die Songs radiotauglich und entfernte sie gleichzeitig vom Prog-Kern der 70er. Robby Steinhardt war auf „Vinyl Confessions“ noch dabei, verließ die Band aber nach der anschließenden Tour. Damit war das komplette Gesangs-Duo der klassischen Ära verschwunden.
„Drastic Measures“ folgte im Juli 1983, das erste Kansas-Album ohne Violine. Elefante schrieb den Großteil der Songs, oft zusammen mit Dino. Livgren steuerte nur drei Stücke bei, darunter „Mainstream“, in dem er die neue Ausrichtung der Band offen kritisierte, und hielt weiteres Material für eigene Projekte zurück. „Fight Fire with Fire“ wurde mit Platz 3 der Mainstream-Rock-Charts zur höchstplatzierten Single der Bandgeschichte in diesem Format. Das Album blieb mit Platz 41 der Billboard 200 dennoch hinter den Erwartungen zurück.
Nach einem Silvesterkonzert Ende 1983 löste sich Kansas auf. 1984 nahm Elefante mit der Band noch „Perfect Lover“ für die Compilation „The Best of Kansas“ auf, dann gingen er, Livgren und Dave Hope getrennte Wege. Als sich Kansas 1985 neu formierte, kehrte Steve Walsh ans Mikrofon zurück. Elefantes Kapitel bei der Band war damit nach gut zwei Jahren beendet.
Walsh und Elefante werden oft gegeneinander ausgespielt: hier der Prog-Tenor der 70er, dort der glatte Radio-Sänger der 80er. Das greift zu kurz. Elefante überbrückte die Jahre, in denen Walsh mit seiner Band Streets unterwegs war und zwei Alben bei Atlantic veröffentlichte. Ohne die Alben mit Elefante hätte es keinen Bandnamen mehr gegeben, zu dem Walsh 1985 zurückkehren konnte. Und die Hits dieser Phase hielten Kansas im Radio, während der alte Sänger woanders spielte.
Elefante selbst hat nie einen Hehl daraus gemacht, wie er zu seinem Vorgänger steht. Als er 2014 gefragt wurde, ob er zurückkommen wolle, nannte er Walsh einen der Gründe, warum er überhaupt Sänger geworden sei.
Nach Kansas wechselte Elefante die Seite des Mischpults. 1986 produzierte er mit seinem Bruder Dino das Album „Back to the Street“ für die Christian-Rock-Band Petra, der Beginn einer langen Zusammenarbeit. Die Brüder gründeten das Label Pakaderm Records und das Projekt Mastedon, das 1989 „It’s a Jungle Out There!“ und 1990 „Lofcaudio“ veröffentlichte. Alben, die sie produzierten, gewannen Grammys, darunter Petras „Beyond Belief“ (1991) und „Double Take“ (2001). Elefante selbst spricht von zehn Grammy-Nominierungen. Später leitete er die Sound Kitchen in Nashville, einen der größten Studiokomplexe der Stadt.
Parallel zur Produzentenarbeit veröffentlichte Elefante eigene Alben, die klar im christlichen Rock verortet sind: „Windows of Heaven“ (1995), „Corridors“ (1997), „Defying Gravity“ (1999), „On My Way to the Sun“ (2013) und „The Amazing Grace“ (2022). Der Sound erinnert an die Kansas-Alben seiner Zeit: melodischer AOR mit großen Refrains und sauberer Produktion.
Als Steve Walsh im Juni 2014 seinen Ausstieg erklärte, rief die Band Elefante an. Am 2. Juli 2014 sprachen sie über eine Rückkehr. Zwei Tage später, am 4. Juli, sagte er ab: Er wolle sich weiter auf zeitgenössische christliche Musik konzentrieren und sehe die Tür zu Kansas geschlossen. Zehn Tage später stellte die Band Ronnie Platt als neuen Sänger vor.
So blieb Elefante der Mann dazwischen: zweimal an der Schwelle zu Kansas, einmal als Nachfolger von Walsh, einmal als dessen möglicher Nachfolger im zweiten Anlauf. Wer seine Ära hören will, findet „Vinyl Confessions“ und „Drastic Measures“ in der „Classic Albums Collection 1974-1983“, die alle Studioalben der Kirshner-Jahre bündelt.



Steve Walsh verließ Kansas im Oktober 1981 wegen der zunehmend christlichen Texte von Kerry Livgren. Die Band brauchte einen Sänger, der wie Walsh auch Keyboards spielte und Songs schrieb. Nach einer Audition mit mehr als 200 Bewerbern, darunter Sammy Hagar, bekam John Elefante Ende 1981 den Job.
Zwei Studioalben: „Vinyl Confessions“ (1982) mit der Single „Play the Game Tonight“ (Platz 4 der Mainstream-Rock-Charts) und „Drastic Measures“ (1983) mit „Fight Fire with Fire“ (Platz 3). Dazu 1984 den neuen Song „Perfect Lover“ für die Compilation „The Best of Kansas“.
Nach dem Ausstieg von Steve Walsh 2014 sprach die Band mit Elefante über eine Rückkehr. Am 4. Juli 2014 sagte er ab, weil er sich weiter auf christliche Musik konzentrieren wollte. Er nannte Walsh dabei einen der Gründe, warum er selbst Sänger geworden sei.
Der Sänger und Keyboarder von Kansas: von St. Joseph über White Clover bis zum Abschied 2014.
Bandgeschichte, Walshs Rolle und alle Studioalben, auf denen er singt.
Walsh, Elefante und Platt im Vergleich: wer wann sang und was die Stimmen unterscheidet.
Ronnie Platt ist seit 2014 Sänger und Keyboarder von Kansas und damit der Nachfolger von Steve Walsh. Vom Lkw-Fahrer und Coverband-Sänger aus Chicago über Shooting Star zur Facebook-Nachricht an Rich Williams, die Alben „The Prelude Implicit“ und „The Absence of Presence“ und seine Krebserkrankung 2025.
Kerry Livgren schrieb „Carry On Wayward Son“ und „Dust in the Wind“, Steve Walsh sang sie. Wie das Spannungsfeld zwischen Komponist und Sänger Kansas prägte, warum Livgren 1983 ging und wie beide für „Somewhere to Elsewhere“ zurückfanden.
Robby Steinhardt war Gründungsmitglied, Rock-Geiger und zweite Leadstimme von Kansas neben Steve Walsh. Sein Weg von White Clover bis zum posthumen Soloalbum, sein Tod 2021 und was seine Stimme für die Band bedeutete.