Kansas (1974)
Das Debüt von 1974 stellt den Doppel-Gesang von Steve Walsh und Geiger Robby Steinhardt vor und legt den Grundstein für den symphonischen Hardrock der Band. Acht Titel zwischen Boogie und Sinfonie, aufgenommen im Record Plant in New York, mit dem John-Brown-Gemälde auf dem Cover. Kommerziell ein Achtungserfolg (US-Platz 174), musikalisch der Anfang von allem.
Lead-Gesang: Steve Walsh und Robby Steinhardt · Aufnahme: Record Plant Studios, New York, September und Dezember 1973; Produzent Wally Gold
Entstehung: aus Topeka in den Record Plant
Das Debüt von Kansas entstand im September und Dezember 1973 in den Record Plant Studios in New York City, produziert von Wally Gold, Toningenieur war Dan Turbeville, zu den Assistenten gehörte der spätere Star-Produzent Jimmy Iovine. Die Band war aus der Fusion von Kerry Livgrens früherem Kansas und der Gruppe White Clover aus Topeka hervorgegangen, in der Steve Walsh, Phil Ehart, Dave Hope und Rich Williams spielten. 1973 unterschrieben sie bei Don Kirshners Label, das Album erschien am 8. März 1974. Das Cover zeigt einen Ausschnitt aus John Steuart Currys Wandgemälde „Tragic Prelude“ mit dem Abolitionisten John Brown, das im Kansas State Capitol in Topeka hängt. Die Plattenfirma bewarb die Band mit dem Slogan „Kansas is Koming“.
Die Songs: Boogie trifft Sinfonie
Schon das Debüt zeigt die Spannung, die Kansas ausmacht. „Can I Tell You“ eröffnet als Rocker, an dem Walsh, Williams, Ehart und Hope gemeinsam geschrieben haben, „Bringing It Back“ ist eine Coverversion von J.J. Cale. „Lonely Wind“ von Walsh ist die Ballade des Albums, mit Jay Siegel von The Tokens als Gastsänger; die Live-Version auf Two for the Show kam 1979 als Single in die US-Charts. Die zweite Hälfte gehört den langen Stücken: „Journey from Mariabronn“ ist von Hermann Hesses „Narziß und Goldmund“ inspiriert, „Belexes“ und das fast zehnminütige „Apercu“ von Puccinis „Turandot“, die „Death of Mother Nature Suite“ beschließt das Album mit Steinhardt am Mikrofon.
Walshs Rolle
Walsh spielt Piano, Orgel, Fender Rhodes und Congas und teilt sich den Gesang mit Robby Steinhardt, oft innerhalb desselben Stücks. Er singt „Lonely Wind“, „Belexes“ und „Journey from Mariabronn“ allein und ist als Co-Autor an fünf der acht Titel beteiligt, darunter die drei großen Stücke der zweiten Seite. Wer hören will, wie der Doppel-Gesang von Walsh und Steinhardt funktioniert, der die Band bis 1980 prägte, findet ihn hier in seiner ersten Form. Mehr über die Anfänge in der Biografie.
Rezeption und Charts
Platz 174 der Billboard 200, keine Platzierung in Deutschland, die Singles „Can I Tell You“ und „Lonely Wind“ blieben ohne Charterfolg. Über 135.000 Exemplare verkauften sich nach Erscheinen, Gold vergab die RIAA erst 1995, Music Canada 1979. Kommerziell war das Debüt ein Achtungserfolg, musikalisch der Grundstein: Die Kombination aus Geige, Orgel, zwei Gitarren und zwei Sängern gab es so in den USA nicht.
Editionen
Die Original-LP erschien 1974 bei Kirshner, in Europa bei Epic. 2004 kam der CD-Remaster mit einem Live-Bonustrack, „Bringing It Back“ aus dem Agora Ballroom in Cleveland 1975. 2014 folgte ein Vinyl-Remaster. Erstpressungen mit dem John-Brown-Cover sind bei Sammlern gefragt, aktuelle Pressungen findest du unter Kansas auf Vinyl.
Warum das Album für Fans zählt
Das Debüt ist rauer und ungleichmäßiger als die späteren Alben, aber es enthält mit „Journey from Mariabronn“ und „Belexes“ zwei Stücke, die Kansas über Jahrzehnte live spielte, und mit „Lonely Wind“ Walshs erste große Ballade. Wer die Band über Leftoverture kennengelernt hat, sollte hier weiterhören, um die Entwicklung bis Song for America zu verstehen.
Tracklist von Kansas
| Nr. | Titel | Länge | Autor(en) | Lead-Gesang |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Can I Tell You | 3:32 | Williams, Walsh, Ehart, Hope | Steinhardt, Walsh |
| 2 | Bringing It Back | 3:33 | J.J. Cale | Steinhardt |
| 3 | Lonely Wind | 4:16 | Walsh | Walsh |
| 4 | Belexes | 4:23 | Livgren | Walsh |
| 5 | Journey from Mariabronn | 7:55 | Livgren, Walsh | Walsh |
| 6 | The Pilgrimage | 3:42 | Livgren, Walsh | Steinhardt, Walsh |
| 7 | Apercu | 9:54 | Livgren, Walsh | Steinhardt, Walsh |
| 8 | Death of Mother Nature Suite | 7:43 | Livgren | Steinhardt |
Besetzung
- Steve Walsh: Lead- und Backing-Gesang, Piano, Orgel, Fender Rhodes, Congas
- Robby Steinhardt: Violine, Lead- und Backing-Gesang
- Kerry Livgren: Gitarren, Piano, Orgel, Moog
- Rich Williams: Gitarren
- Dave Hope: Bass
- Phil Ehart: Schlagzeug
- Gast: Jay Siegel (The Tokens), Gesang auf „Lonely Wind“
Charts und Auszeichnungen
- US Billboard 200: Platz 174
- Deutschland: keine Platzierung
- Auszeichnungen: RIAA Gold (1995), Music Canada Gold (1979)
Walshs Anteil an Kansas
Walsh singt „Lonely Wind“, „Belexes“ und „Journey from Mariabronn“ allein und teilt sich vier weitere Titel mit Steinhardt. Als Co-Autor ist er an fünf der acht Stücke beteiligt, „Lonely Wind“ stammt allein von ihm. Er spielt Piano, Orgel, Fender Rhodes und Congas.
Häufige Fragen zu Kansas
Was zeigt das Cover des Kansas-Debüts?
Einen Ausschnitt aus dem Wandgemälde „Tragic Prelude“ von John Steuart Curry, das den Abolitionisten John Brown zeigt. Das Original hängt im Kansas State Capitol in Topeka.
Welche Stücke des Debüts spielt Kansas noch live?
„Journey from Mariabronn“ und „Belexes“ standen bis in die 2000er-Jahre im Programm und sind auf Device – Voice – Drum und There's Know Place Like Home zu hören.
Gibt es Bonustracks auf dem Remaster?
Der CD-Remaster von 2004 enthält eine Live-Version von „Bringing It Back“ aus dem Agora Ballroom in Cleveland (1975).
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