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Kansas · 1995 · Intersound · 9 Tracks

Freaks of Nature (1995)

Das Album von 1995, aufgenommen in Trinidad, ist das Kansas-Album mit dem größten Walsh-Anteil: acht der neun Songs stammen von ihm, die Geige kehrt mit David Ragsdale zurück. Neun Titel, produziert von Jeff Glixman, erschienen beim Independent-Label Intersound. Das einzige Kansas-Studioalbum ohne Billboard-Platzierung. Für Fans der zweiten Phase Pflicht, kein Einstieg.

Lead-Gesang: Steve Walsh · Aufnahme: Caribbean Sound Basin, Trinidad, 1995; Produzent Jeff Glixman

Entstehung: sieben Jahre Pause, dann Trinidad

Nach dem Ende des MCA-Vertrags und dem Clubmitschnitt Live at the Whisky dauerte es bis 1995, ehe Kansas wieder ein Studioalbum vorlegte. Freaks of Nature entstand im Caribbean Sound Basin in Trinidad, produziert von Jeff Glixman, der schon die Klassiker der Siebziger betreut hatte. Die Besetzung hatte sich verändert: Steve Morse war gegangen, Geiger und Gitarrist David Ragsdale war seit 1991 dabei, Keyboarder Greg Robert ergänzte die Band um Walsh, Williams, Greer und Ehart. Das Album erschien am 29. Mai 1995 beim Independent-Label Intersound, in Europa bei Essential/Castle, in Japan 1996 bei Sony.

Die Songs: Walsh übernimmt das Schreiben

Freaks of Nature ist das Kansas-Album mit dem größten Walsh-Anteil überhaupt. Er schrieb „Desperate Times“, „Hope Once Again“, „Need“ und das fast siebenminütige „Peaceful and Warm“ allein, „I Can Fly“, „Black Fathom 4“ und „Under the Knife“ mit David Ragsdale und den Titeltrack mit Ragsdale und Phil Ehart. Nur ein Stück stammt von Kerry Livgren: „Cold Grey Morning“, das erste Livgren-Lied auf einem Kansas-Album seit 1983. Die Band verzichtete bewusst auf große Produktion und Orchester, die Geige von Ragsdale bringt den klassischen Kansas-Sound zurück, der auf Power und In the Spirit of Things gefehlt hatte.

Walshs Rolle

Lead-Gesang auf allen neun Titeln, Keyboards und acht von neun Kompositionen: Auf keinem anderen Kansas-Album ist Walsh so präsent. Die Stücke sind härter als auf den MCA-Alben, „Black Fathom 4“ und „Under the Knife“ gehen in Richtung Neunziger-Rock, „Peaceful and Warm“ ist eine der längsten Balladen seiner Karriere. Wer die Solo-Alben Glossolalia und Shadowman kennt, hört hier die Vorstufe. Mehr zu Walshs Rolle in der zweiten Phase unter Kansas.

Rezeption und Charts

Freaks of Nature ist das einzige Kansas-Studioalbum, das die Billboard-Charts verfehlte, zwei Single-Edits blieben ebenfalls ohne Platzierung. Die Kritiken waren gemischt, Entertainment Weekly vergab ein B-, AllMusic zwei von fünf Sternen. Die Band tourte anschließend mit The Alan Parsons Project und als Opener für Styx. Für die Fans war das Album trotzdem ein Signal: Kansas machte wieder eigenes Material, mit Geige und ohne Fremdautoren.

Editionen

Original-CD 1995 bei Intersound. 2002 erschien eine europäische CD bei Edsel, 2012 eine US-Ausgabe bei Entertainment One, 2015 eine limitierte klare Vinyl-Pressung bei Back On Black in Großbritannien und 2017 eine remasterte Ausgabe bei Vivid Sound in Japan. Bonustracks gibt es auf keiner Ausgabe. Die Vinylpressung ist die einzige LP des Albums, Übersicht unter Kansas auf Vinyl.

Warum das Album für Fans zählt

Freaks of Nature ist Walshs Album. Wer wissen will, wie Kansas klingt, wenn der Sänger fast alles schreibt, hört hier rein. Es ist zugleich die Rückkehr der Geige und der Anfang der Phase, die mit dem Orchesteralbum Always Never the Same und der Reunion auf Somewhere to Elsewhere weiterging. Ein Album für Fans der zweiten Phase, kein Einstieg.

Tracklist von Freaks of Nature

Nr. Titel Länge Autor(en) Lead-Gesang
1 I Can Fly 5:21 Ragsdale, Walsh Walsh
2 Desperate Times 5:25 Walsh Walsh
3 Hope Once Again 4:34 Walsh Walsh
4 Black Fathom 4 5:54 Walsh, Ragsdale Walsh
5 Under the Knife 4:54 Walsh, Ragsdale Walsh
6 Need 3:59 Walsh Walsh
7 Freaks of Nature 4:05 Ragsdale, Walsh, Ehart Walsh
8 Cold Grey Morning 4:14 Livgren Walsh
9 Peaceful and Warm 6:44 Walsh Walsh

Besetzung

  • Steve Walsh: Lead-Gesang, Keyboards
  • David Ragsdale: Violine, Gitarre, Backing-Gesang
  • Rich Williams: Gitarre, Backing-Gesang
  • Billy Greer: Bass, Gitarre, Backing-Gesang
  • Greg Robert: Keyboards, Backing-Gesang
  • Phil Ehart: Schlagzeug

Charts und Auszeichnungen

  • US Billboard 200: keine Platzierung (einziges Kansas-Studioalbum ohne Billboard-Charts)
  • Deutschland: keine Platzierung
  • Auszeichnungen: keine

Walshs Anteil an Freaks of Nature

Acht der neun Titel stammen von Walsh, vier allein, drei mit Ragsdale, der Titeltrack mit Ragsdale und Ehart. Nur „Cold Grey Morning“ schrieb Kerry Livgren. Walsh singt alle Stücke und spielt Keyboards, auf keinem anderen Kansas-Album ist er so präsent.

Häufige Fragen zu Freaks of Nature

Wer spielt auf Freaks of Nature Geige?

David Ragsdale, der 1991 zur Band kam und auch an vier Songs mitschrieb. Er ist zusätzlich als Gitarrist zu hören.

Hat Kerry Livgren an Freaks of Nature mitgewirkt?

Er schrieb „Cold Grey Morning“, spielte aber nicht mit. Es war sein erster Song auf einem Kansas-Album seit Drastic Measures (1983).

Gibt es Freaks of Nature auf Vinyl?

Ja, eine limitierte klare Vinylpressung von Back On Black aus dem Jahr 2015. Das Original von 1995 erschien nur auf CD und Kassette.

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