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Kansas auf Vinyl: Originalpressungen, Reissues und worauf Sammler achten

Kirshner-Erstpressungen, Friday-Music- und Music-On-Vinyl-Reissues, Farbvinyl: Welche Kansas-LPs es gibt und woran du gute Ausgaben erkennst.

Warum lohnt sich Kansas auf Schallplatte?

Weil die Alben der Walsh-Ära für das Format gemacht wurden. Zwischen 1974 und 1980 erschienen sie als LPs bei Kirshner Records, mit Seitenwechseln, die Teil der Dramaturgie sind: Auf Leftoverture endet die erste Seite mit „Miracles Out of Nowhere“, die zweite mit „Magnum Opus“, und beides funktioniert nur, wenn danach Stille kommt. Dazu kommen Orgel, Geige und mehrstimmiger Gesang, die auf einer sauberen Pressung mehr Raum bekommen als in einem komprimierten Stream.

Der zweite Grund ist praktisch: Kansas-LPs sind gut verfügbar. Die Klassiker wurden seit 2013 mehrfach neu aufgelegt, und die Originalpressungen liegen wegen der hohen Auflagen von damals in großer Zahl auf dem Gebrauchtmarkt. Du musst also nicht auf Raritäten warten, sondern nur wissen, welche Ausgabe du willst. Eine laufend gepflegte Übersicht der lieferbaren LPs findest du auf der Seite Kansas auf Vinyl kaufen.

Welche Kansas-Alben gehören in eine Vinylsammlung?

Zuerst die beiden Alben, die den Erfolg brachten: „Leftoverture“ von 1976 und Point of Know Return von 1977. Beide erreichten in den USA Vierfach-Platin, beide sind in mehreren Reissues erhältlich. „Leftoverture“ kam am 21. Oktober 1976 als Kirshner PZ 34224 (später JZ 34224) heraus, „Point of Know Return“ am 11. Oktober 1977 als Kirshner JZ 34929. Diese Katalognummern helfen dir, Erstpressungen von späteren Nachpressungen zu unterscheiden.

Danach kommt es auf deinen Geschmack an. Song for America und Masque von 1975 sind die Prog-Alben mit den langen Stücken, das Debüt von 1974 zeigt die Band im Rohzustand. Monolith von 1979 und Audio-Visions von 1980 schließen die klassische Phase ab. Und Two for the Show, das Doppel-Livealbum von 1978, ist die Platte, auf der du Walsh als Frontmann hörst.

AlbumJahrOriginal (USA)Bekannte Reissues auf Vinyl
Kansas1974KirshnerFriday Music 180 g (Jubiläumsausgabe)
Song for America1975KirshnerFriday Music 180 g
Masque1975KirshnerFriday Music 180 g, Music On Vinyl, mehrere Farbvarianten
Leftoverture1976Kirshner PZ/JZ 34224Friday Music 180 g (2013, später rot), Music On Vinyl MOVLP1174
Point of Know Return1977Kirshner JZ 34929Friday Music 180 g (schwarz und „Gold Swirl“), Music On Vinyl
Two for the Show1978Kirshner, Doppel-LPGebraucht gut verfügbar, Neuauflagen selten
Monolith1979KirshnerGebraucht, vereinzelt Reissues
Audio-Visions1980KirshnerGebraucht, vereinzelt Reissues
Power1986MCAGebraucht
The Best of Kansas1984CBSFriday Music 180 g (2014, Originalmixe wiederhergestellt)

Was unterscheidet Friday Music von Music On Vinyl?

Das Mastering. Friday Music, ein US-Label für audiophile Reissues, hat ab 2013 eine Kansas-Serie auf 180-Gramm-Vinyl aufgelegt. Die Schnitte stammen von Joe Reagoso, bei „Leftoverture“ und „Point of Know Return“ gemeinsam mit Kevin Gray bei AcousTech, gepresst wurde bei RTI in Kalifornien. Die Ausgaben kommen im Klappcover mit Schutzhülle und gefütterten Innenhüllen, teils als limitierte Farbvarianten, etwa „Point of Know Return“ in Gold mit blauem Schlieren oder „Leftoverture“ in Rot.

Music On Vinyl aus den Niederlanden presst ebenfalls auf 180 Gramm, verwendet aber vorhandene Digitalmaster und legt den Schwerpunkt auf Verfügbarkeit statt auf Neuschnitt. „Leftoverture“ trägt dort die Nummer MOVLP1174 und kommt mit Beilage. In Hörvergleichen im Steve-Hoffman-Forum wurde die Friday-Music-Ausgabe von „Point of Know Return“ als klanglich größer beschrieben, die Music-On-Vinyl-Ausgabe als solide, aber ohne neues Mastering. Für den Einstieg ist beides in Ordnung, für den zweiten Kauf lohnt sich der Blick auf die Mastering-Angabe.

Worauf solltest du bei Originalpressungen achten?

Auf drei Dinge: den Zustand, das Cover und das Label. Kirshner-Pressungen der 70er wurden in Millionenauflage hergestellt, deshalb ist ein Exemplar in gutem Zustand keine Seltenheit. Achte auf die üblichen Zustandsangaben (VG+ oder besser für die Platte), auf ein Klappcover ohne Risse und darauf, dass die bedruckte Innenhülle mit den Texten noch dabei ist. Bei „Point of Know Return“ gehört der Innenhüllentext zum Original, bei „Two for the Show“ das aufklappbare Doppelcover.

Das Label auf der Platte verrät die Herkunft. Die US-Ausgaben tragen das Kirshner-Logo, die europäischen wurden über Epic beziehungsweise CBS vertrieben und haben eigene Katalognummern, etwa KIR 82234 für die europäische „Point of Know Return“. Japanische Pressungen mit Obi-Streifen gelten unter Sammlern als besonders sauber gepresst. Vergleiche Katalognummer und Matrix-Nummer in der Auslaufrille mit einer Datenbank wie Discogs, bevor du kaufst.

Welche Ausgaben sind eher etwas für Sammler als für Hörer?

Die Farbvarianten und die nummerierten Auflagen. „Masque“ gibt es als gelbe, goldene und rote Pressung, „Point of Know Return“ als Gold Swirl, „Leftoverture“ in Rot. Klanglich unterscheiden sie sich nicht von den schwarzen Ausgaben derselben Serie, sie sind nur schneller vergriffen. Wenn du die Platte hören willst, nimm die schwarze Ausgabe. Wenn du sie ins Regal stellen willst, nimm die Farbe, solange sie lieferbar ist.

Die zweite Sammlerkategorie sind die Live-Ausgaben der Platt-Ära. „Point of Know Return Live & Beyond“ erschien als Set aus drei LPs und zwei CDs und dokumentiert die Tournee, auf der Kansas das Album komplett spielte. Für Walsh-Fans ist das nur bedingt interessant, weil Ronnie Platt singt, aber es zeigt, wie die Songs heute klingen. Alle Livealben mit Walsh, auf DVD und Blu-ray, listet die Seite Kansas-Live-DVDs.

Wie fängst du am besten an?

Mit „Leftoverture“ und „Point of Know Return“ als 180-Gramm-Reissue, am besten von Friday Music, wenn du sie noch bekommst, sonst von Music On Vinyl. Dann „Two for the Show“ gebraucht als Doppel-LP, weil es die Bühnenband der 70er einfängt. Als Viertes „Song for America“, um zu hören, wo die Band vor den Hits stand. Was auf dieser Live-Platte passiert, beschreibt der Artikel über Kansas live in den 70ern.

Danach kannst du dich rückwärts durch die Diskografie arbeiten, oder vorwärts zu „Power“ von 1986, das als MCA-LP gebraucht gut zu finden ist. Was in Deutschland gerade lieferbar ist und welche Ausgabe wir für den Einstieg empfehlen, steht auf der Seite Kansas auf Vinyl kaufen. Eine Übersicht aller Alben mit Jahr und Besetzung findest du in der Diskografie.

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